Midnite .. eh, just mite
Mite, ist ein kleiner (neuer?) deutscher Service. Dieser besteht im großen und ganzen “nur” aus einer einfachen Form der Zeiterfassung. Insgesamt sehr cool gemacht. Kunden, Projekte und neue Benutzer können mit wenig Zeitaufwand erstellt werden. Tasks werden in einer Übersicht dargestelllt die die aktuelle Woche wiederspiegelt und man somit schnell auf alle Tasks eines jeden Wochentags zurückgreifen kann. Zusätzlich kann man sich Reporte über den Verlauf der angelegten Tasks erstellen lassen. Da man auch mit Budgets arbeiten kann, könnte man dies somit auch für Rechnungsstellungen nutzen.
Aber, ich würde diesen Dienst niemals nutzen.
Ein anderer neuer Service in meinem derzeitigem Lieblingsgebiet steht unter springloops bereit. Springloops bietet nach eigenen Aussagen eine Plattform, um gemeinsame Softwareprojekte zu entwickeln. Im Detail sieht es ähnlich aus, wie bei dutzenden anderen ähnlichen Diensten. Nutzer und Projektverwaltungen. Statt Tasks stehen hier aber das gemeinsame Arbeiten in Code-Repositories im Vordergrund. Dazu stellt springloops umfangreiche Schnittstellen zu eigenen Subversion-Repositories, aber auch auf externe zur Verfügung. Um den Collaboration-Gedanken etwas weiter zu schnürren, wird auch eine Schnittstelle zu basecamphq angeboten. Letzteres konnt ich bisher aber leider noch nicht austesten.
Aber, ich würde diesen Dienst niemals nutzen.
So, wieso würd ich also diese beiden tollen Dienste mit all ihren Leistungen niemals nutzen? Ebensowenig wie ich basecamphq nicht nutzen werde. Ich find die dahinterliegenden Gedanken toll, aber um Himmels Willen werd ich es nicht nutzen.
All diese Dienste basieren auf den Global Collaboration Gedanken, mit einem Schuss socialising, wie es zur Zeit ja groß in Mode ist, und ich eigentlich auch ganz groß finde. Aber das klappt im Geschäftsleben nicht. Zumindest nicht in dieser Form, das sind zumindest unsere Erfahrungen. Dezentrailisierte Kollaborationsplattformen sind schön und gut, machen die Zusammearbeit agiler, aber keine etwas größere Firma wird einer solchen Dienstleistung vertrauen. Warum auch. Immerhin sollen da sensible Daten bezüglich des Projektes, Projektbudgets und Personen abgelegt werden.
Warum werden dann solche tollen Dienste nicht als OpenSource parallel mit publiziert? Genauuuu, weil die Macher dahinter natürlich auch ein wenig was für ihre Kaffeekasse verdingen wollen. Kann man niemanden verübeln.
Und so schauen kleinere und mittelständige Unternehmen weiterhin in die Röhre, können sie (auf Dauer und zukunftsorientiert) doch nur zwischen nutzerunfreundlicher und undbefriedigenden OpenSource und ClosedSource-Software wählen.
… oder gibt es tatsächlich noch ein Licht am Ende des Kollaborationshorizonts? ActiveCollab, ein frei verfügbarer basecamphq-Klon, verspricht ja einiges. Auch das ab der 1.0er Version die Kaffeekasse wieder herumgeht. Die bisherigen Betas jedoch zeigten die gleichen Mängel wie das original …