2008-01-08

Sony, DRM und gewisse Rekorde

Andreas von Medienkonvergenz weißt uns darauf hin, das Sony BMG auf “einfache” Art und Weise einige ihrer Alben DRM-frei auf den Markt wirft. Ihre Lösung, zunächst eine Plastikkarte in einem Musikshop zu kaufen, um dann mit deren Freischaltcode zu Hause dann die gewünschten Alben herunterzuladen, ist auch mit Hilfe des Kommentars

“We believe people want a physical product as part of their music purchase, and these cards speak directly to that desire — they have great graphics and a quality look and feel that will make them highly collectible.”

für die Kunden nicht ganz völlig nach zu vollziehen. Vor allem, wie Andreas auch schön nebenher erwähnt, weil Konkurrenzplattformen wie iTunes die ganze Sache rund um’s kaufen und hören und geniesen von Musik doch ein klein wenig einfacher handhaben.

Klick, Klick. Fertig. Lauschen.

Schön bequem. Das dumme ist nur, dies zerstört fast jegliche Existenzberechtigung der großen Labels. Denn Labels existieren nur, weil sie bis in die 1990er hinein die einzigste Möglichkeit für Künstler waren, ihre Musik der breiten Masse zur Verfügung zu stellen.

Mithilfe des Internets und letztlich Kunden- und Künstler-freundliche Plattformen wie iTunes, Amazon oder MP3.com kann jedoch der direkte Weg, vom Künstler zum Lauscher, genommen werden. Ohne lästige Manager. Kostenfressende Pressmaschinen oder Vertriebswege. Vielleicht noch eine kleine Provision an diese neuen Direkthändler. Aber das ist längst nicht soviel wie ein Schleimsack bei Sony BMG oder EMI nehmen würde. Oder?

Die großen Labels sind scheinbar unflexibler als ostdeutsche Plattenbauten. Fast. Plattenbauten kann man sanieren, wenn man nur will. Oder sie abreißen. So ein Label dagegen stellt sich stur wie ein Esel. Wer will schon ein, über jahrzehnte gewachsenes und unbewegliches Netz, an einen so schnelllebiges Marktsegment anpassen. Das könnte ja Arbeit bedeuten. Und der Erfolf ist auch fraglich (*hust* iTunes *hust*).

Whatever. Livekonzerte sind eh viel cooler ;)

Home Writing Rides Travel Photos Journal